Anwendungsgebiete:
Zur Behandlung der Tabakabhängigkeit durch Linderung der Nicotinentzugssymptome.
Hinweise:
• Der Nicotin Kaugummi unterstützt die Raucherentwöhnung bei Rauchern, die mit dem Rauchen aufhören wollen.
• Das Kaugummi ist für Raucher bestimmt, die vor der Behandlung mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchten.
• Durch zusätzliche Beratung und unterstützende Maßnahmen kann die Erfolgsrate erhöht werden.
Nicht Anwenden bei:
Der Kaugummi darf nicht angewendet werden bei:
• Überempfindlichkeit gegen Nicotin oder einen anderen Bestandteil des Kaugummis
• Nichtrauchern, Gelegenheitsrauchern
• Kindern
• kurz zurückliegendem Myokardinfarkt (innerhalb der letzten 3 Monate)
• instabiler oder sich verschlechternder Angina pectoris
• Prinzmetal-Angina
• schweren Herzrhythmusstörungen
• akutem Schlaganfall.
Patieten mit folgenden Krankheiten sollten unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung nur dann mit dem Nicotin-Kaugummi behandelt werden, wenn eine Raucherentwöhnung ohne pharmakologische Unterstützung nicht möglich ist:
• schwere periphere arterielle Verschlusskrankheiten
• cerebrovaskulären Insuffizienz
• stabiler Angina pectoris
• schwere unkompensierte Herzinsuffizienz
• Vasospasmen
• hochgradige Hypertonie
• schwere Niereninsuffizienz
• moderate bis schwere Leberschädigungen
• akute Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
• Diabetes mellitus
• Hyperthyreoidismus
• Phäochromozytom.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Frauen mit Kinderwunsch sollten ein durch Nicotinzufuhr unterstüztes Raucherentwöhnungsprogramm abgeschlossen haben, bevor es zu einer Schwangeschaft kommt und dann jegliche Nicotinzufuhr vermeiden. Schwangeren Raucherinnen ist eine Raucherentwöhnung ohne Unterstützung von nicotinhaltigen Arzneimittel zu empfehlen. Der Einsatz sollte nur dann erwogen werden, wenn die Gefahr des Weiterrauchens besteht. In diesem Fall sind die Risiken des Weiterrauchens (möglicherweise höhere Nicotinplasmaspiegel, schädliche substanzen aus dem Tabakrauch) gegen das Risiko der Nicotinsubstitution abzuwägen.
Für den Fötus ist fortgesetztes Rauchen wahrscheinlich gefährlicher als die Anwendung von Nicotin-Ersatzprodukten in einem überwachten Entwöhnungsprogramm. Die Anwendung von Nicotin-Kaugummi durch stark abhängige schwangere Raucherinnen sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
• Nicotin geht in die Muttermilch über. Bei der Anwendung von Nicotin-Kaugmmi können auch bei therapeutischer Dosierung Nicotinspiegel in der Muttermilch erreicht werden, die eine Wirkung auf das Kind ausüben können. Nicotin-Kaugummi sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Wirkungen:
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (1-10%):
• Kopfschmerzen, Schwindel
• gastro-intestinale Beschwerden,Schluckauf,Übelkeit, Erbrechen
• Reizungen in Mund oder Hals, Schmerzen in den Kaumuskeln, Aphten.
• Der Kaugummi kann am Zahnersatz anhaften und diesen beschädigen.
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%):
• Palpitationen
• Hautrötungen, Urtikaria
Sehr selten (< 0,1 %):
• Vorhofflimmern
• Allergische Reaktionen (z. B. Angioödem)
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit:
Reizungen im Rachenraum, vermehrter Speichelfluss und gelegentliche Schädigungen der Mundschleimhaut können auftreten. Ebenso kann es zu Beginn der Behandlung durch häufiges Schlucken nicotinhaltigen Speichels zu Schluckauf kommen.
Bei Patienten, die zu Magenunverträglichkeiten neigen, kann Nicotin-Kaugummi zu einer mild verlaufenden Magenverstimmung oder zu Sodbrennen führen. Langsames Kauen mit längeren Kaupausen hilft, diese Nebenwirkung zu überwinden.
Grundsätzlich können wie beim Rauchen auch unter Nicotin-Kaugummi Nicotin-Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit, Zunahme der Herzschlagfolge, vorübergehende leichte Blutdrucksteigerung) auftreten. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Nicotin-Kaugummi wegen niedrigerer maximaler Nicotinplasmaspiegel weniger stark ausgeprägt sind als beim Rauchen.
Beim Rauchen treten neben den Nicotin-Effekten zusätzliche Risiken durch die bekannten schädigenden Einflüsse von Bestandteilen des Zigarettenrauchs wie zum Beispiel Kohlenmonoxid und Teer auf.
Anwendung:
Die Dosierung ist individuell und sollte sich an der Nicotinabhängigkeit des Rauchers orientieren.
Soweit nicht anders verordnet, wird folgende Dosierung empfohlen:
1. Erwachsene:
1 Nicotin-Kaugummi zu 4 mg pro Stunde, maximal 16 Stück täglich, wobei 8-12 Stück als Richtwert gelten:
• bei Rauchern, die stark nicotinabhängig sind (als Richtschnur kann gelten, dass ein Raucher stärker nicotinabhängig ist, wenn er die erste Zigarette innerhalb von 20 Minuten nach dem Aufstehen und mehr als 20 Zigaretten am Tag raucht)
• bei Rauchern, die mit dem Nicotin-Kaugummi zu 2 mg das Rauchen nicht aufgeben konnten.
2. Personen unter 18 Jahren sollen Nicotin-Kaugummis nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden. Erfahrungen zur Anwendung von Nicotin-Kaugummis bei Personen unter 18 Jahren liegen nicht vor.
3. Ältere Patienten:
Beschränkter Erfahrungen liegen bei Rauchern über 65 Jahren vor, jedoch scheint die Wirksamkeit und Verträglichkeit in dieser Altersgruppe unproblematisch zu sein.
Art und Dauer der Anwendung:
• 1 Stück Nicotin-Kaugummi wird etwa 30 Minuten lang mit Pausen gekaut, um das gesamte Nicotin aus der Kaumasse zu lösen. Es kommt vor allem darauf an, den Nicotin-Kaugummi langsam zu kauen. Dabei wird das Nicotin vorwiegend über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. So entsteht im Blut eine Nicotinkonzentration, die das Rauchverlangen über einen längeren Zeitraum ausschaltet. Es sollte vermieden werden, den Kaugummi schnell und/oder intensiv zu kauen, damit das Nicotin nicht zu schnell aus der Kaumasse freigesetzt wird.
• Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Raucher, die mit dem Rauchen aufhören wollen, eine geringere Anzahl Nicotin-Kaugummis benötigen als die Anzahl der zuvor pro Tag gerauchten Zigaretten.
• Nach 4-6 Wochen sollte die Dosis allmählich verringert werden, indem der Nicotin-Kaugummi in größeren zeitlichen Abständen als 1 Stunde gekaut wird bzw. bei Rauchern, die das höher dosierte Nicotin-Kaugummi (4 mg) nehmen, auf das schwächer dosierte Nicotin-Kaugummi zu 2 mg übergegangen wird.
• Der erste Versuch, den Nicotin-Kaugummi abzusetzen, sollte unternommen werden, wenn der durchschnittliche Tagesverbrauch während der letzten Woche bei 1-2 Stück lag.
• Der nicotinhaltige Kaugummi sollte allerdings noch eine gewisse Zeit nach Beendigung der Behandlung immer zur Hand sein, um einem erneut auftretenden Rauchverlangen entgegenzuwirken.
• Eine länger als 6 Monate andauernde Behandlung mit dem Nicotin-Kaugummi wird im allgemeinen nicht empfohlen. Bei manchen ehemaligen Rauchern kann eine längere Behandlung notwendig sein, um einen Rückfall in ihre Rauchgewohnheiten zu verhindern.
Hinweise:
• Der Geschmack von Nicotin-Kaugummi kann zu Beginn der Behandlung als störend empfunden werden. Das sollte den Patienten jedoch nicht davon abhalten, Nicotin-Kaugummi weiter zu nehmen, da man sich fast ausnahmslos nach einigen Tagen an den Geschmack gewöhnt.
• Gebissträger können wegen der Haftfähigkeit des Nicotin-Kaugummis Schwierigkeiten beim Kauen haben, in manchen Fällen ist es ihnen deshalb nicht möglich, den Nicotin-Kaugummi anzuwenden.
• Nicht einwandfrei festsitzende Zahnplomben oder Inlays können sich beim Kauen von Nicotin-Kaugummis weiter lockern.
Hinweise:
Hinweise für den Patienten:
• Sollte der Patient versehentlich ein Kaugummi verschlucken, so besteht durch den raschen Nicotin-Abbau bei der ersten Leberpassage (first-pass-effect) keine Vergiftungsgefahr.
• Hohe Nicotinplasmaspiegel können entstehen, wenn Patienten bald nach dem Kauen eines Nicotin-Kaugummis rauchen. Man sollte die Patienten auf die Möglichkeit einer derartigen Kumulation hinweisen und sie anregen, zu überlegen, in welchen Situationen bei ihnen das Risiko für einen gedankenlosen Griff nach der Zigarette besonders groß ist.